06.09.2010 11:32
http://immersatt.org

Kinder- und Jugendtisch e.V.

Der Begriff der Armut


Mit dem Begriff Armut wird häufig ausschließlich materielle Not verbunden. Sie ist für die Betroffenen selbst sowie für die Umwelt der unmittelbar wahrnehmbare Ausdruck von Armut. Armut umfasst wesentlich mehr als wirtschaftliche Notlagen. Sie ist ebenfalls gekennzeichnet durch eine dem Menschen inne wohnende Notlage. Sie drückt sich aus, in der Wahrnehmung eigener Möglichkeiten zu handeln und damit zu verändern. Armut wird als Lebenssituation erlebt und wahrgenommen, in der die erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen nicht ausreichen, den Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten. Lernen, die bereits vorhandenen Fähigkeiten und Kompetenzen zu erweitern oder ganz neue zu entwickeln, ist der einzige Weg, den Armutskreislauf zu durchbrechen.

Da für Erwachsene hierfür bereits viele verschiedene Ansätze bestehen, die jedoch kaum den speziellen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen gerecht werden, lohnt sich ein näherer Blick auf deren Situation.

Der Ansatz des Kinder & Jugendtisches


Der Kinder- und Jugendtisch e.V. hat sich zur Aufgabe gemacht, mit Hilfe von Partnern dazu beizutragen, Kindern und Jugendlichen Voraussetzungen und Perspektiven zu bieten, die Armut ihrer Eltern für ihr eigenes Leben zu überwinden.
Partner, das sind:
  • Sponsoren und Spendengeber, die Ressourcen bereitstellen, um sie durch den Kinder- und Jugendtisch e.V. an Kinder und Jugendliche weiter zu geben.
  • Menschen, die ihre Zeit und ihr Können einbringen, um Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu fördern und zu unterstützen.
  • Schulische und außerschulische Einrichtun-gen, die flankierende Maßnahmen anbieten möchten, um von Armut beeinträchtigten Kindern und Jugendlicher Chancengleichheit bieten zu können.

  • Der Verein organisiert die Verteilung von Lebensmitteln und koordiniert den Einsatz bürgerschaftlichen Engagements und nimmt so in der Zusammenarbeit die Funktion eines Katalysators wahr.

    Darüber hinaus wird in der vereinseigenen Einrichtung Immersatt Priorität auf gesunde Nahrung gelegt. Dies hat folgenden Grund: Kinder und Jugendliche können keine Spitzenleistung in Schule und Ausbildung erbringen, wenn sie aufgrund von Nährstoffmangel und damit einhergehender körperlicher Schwäche kaum die Augen offen halten können.

    Neben dem Angebot von Frühstücksbeuteln für die Schule, eines Mittagstisches und der Verteilung von Lebensmitteln an außerschulische Einrichtungen bietet der Kinder- und Jugendtisch e.V. Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit der Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe, und vielfältige Freizeitaktivitäten.
    Weiterhin ermöglicht der Verein Jugendlichen mit geringen Chancen auf dem Ausbildungsmarkt Bewerbungscoaching und vermittelt ihnen Praktika.
    Diese Angebote werden durch Sponsoring, einer intensiven Kooperation mit lokalen und überregionalen Wirtschaftsunternehmen aber auch durch ehrenamtliches, bürgerschaftliches Engagement gewährleistet, das vom Kinder- und Jugendtisch e.V. koordiniert wird.

    Um größtmögliche Wirkung und Nachhaltigkeit im gesamten Duisburger Raum gewährleisten zu können, kooperiert der Verein außerdem mit schulischen und außerschulischen Einrichtungen wie Jugendzentren, Vereinen, Kirchen und verschiedenen kommerziellen Anbietern. Ziel ist hier die Schaffung eines dichten Netzwerkes.

    Bürgerschaftliches Engagement, Sach- und Geldspenden, Sponsoring


    Der Kinder- und Jugendtisch e.V. kann nur die Mittel an Kinder und Jugendliche bedürftiger Familien weitergeben, die er erhält. Inwieweit die Versorgung von Kindern mit gesunden Nahrungsmitteln, geistiger Nahrung und mit anderen Dingen, die sie für ihre Entwicklung benötigen, sichergestellt werden kann, ist daher vom Aufkommen der Sach- und Geldspenden sowie dem Sponsoring abhängig. Gerade vor dem Hintergrund des begonnenen demographischen Wandels kann es sich unsere Gesellschaft nicht leisten, die heranwachsende Generation in ihrer Entwicklung zu behindern und der Armut zu überlassen. Ähnliches trifft für die Werbung bürgerschaftlich engagierter ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der vereinseigenen Einrichtung Immersatt zu. Menschen werden durch den Verein aufgefordert und ermutigt Kindern und Jugendlichen ihre Zeit und ihr fachliches Können zur Verfügung zu stellen. Das kann beispielsweise die Erteilung von Nachhilfe, gemeinsames Kochen, Begleitung bei Ausflügen etc. sein.

    Um all die beschriebenen Maßnahmen zu ermöglichen, muss daneben auch professionelle Arbeit geleistet werden, weil ausschließlich ehrenamtliches Engagement nicht die Verbindlichkeit bieten kann, die zum Erreichen der Ziele notwendig ist. Das bedeutet, dass neben den laufenden Betriebskosten auch Personalkosten anfallen, die nur durch Sponsoring aufgefangen werden können.

    Der gemeinnützige Verein Kinder- und Jugendtisch e.V. zeichnet sich durch einen verantwortungsvollen Umgang mit den Mitteln aus, die ihm zur Verfügung gestellt werden.

    Nur Kinder, die für eine Zukunft vorbereitet wurden, die positiver bestimmt als ihre jetzige Lebenssituation sein soll, werden später die Chance haben gute Schulabschlüsse zu machen, Ausbildungsstellen zu erhalten, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

    Die besondere Not der Kinder und Jugendlichen


    In der Kindheit und Jugendzeit werden die Grundlagen für die Möglichkeiten der Selbstgestaltung des eigenen Lebensweges geschaffen. Wachsen Kinder und Jugendliche in einer stark benachteiligten Lebenssituation auf, ergeben sich mit großer Wahrscheinlichkeit Defizite in emotionaler, sozialer und schulischer Hinsicht, die den Neuerwerb von Fähigkeiten und Kompetenzen stark erschweren und folglich eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt nahezu unmöglich machen. Allerdings ist Kindern und Jugendlichen, die in stark benachteiligten Lebenssituationen aufwachsen, dieser Weg nicht zwangsläufig vorgegeben, wenn frühzeitig präventive und flankierende Maßnahmen ergriffen werden, die die verschiedenartigen Formen der Benachteiligung ausgleichen.

    Diese Maßnahmen umfassen gesunde Nahrung, ausreichend Kleidung, Hausaufgabenhilfe, Freizeitaktivitäten wie z.B. den Besuch kultureller Veranstaltungen sowie Sport und künstlerische Beschäftigungen. Dies sind jene Dinge, die zur Prägung und optimalen Ausgestaltung der Persönlichkeit notwendig sind, an denen Kinder und Jugendliche, die aus bedürftigen Familien stammen, jedoch nur eingeschränkt bis gar nicht teilhaben können. Solche und andere Aktivitäten und Erfahrungen bieten den Rahmen, in dem Lernen und Entwicklung stattfindet.

    Kinder und Jugendliche sind ebenfalls von der Haltung ihrer Eltern sich selbst und der Welt gegenüber betroffen. Lernen ist anstrengend, es bedeutet sich mit sich selbst und seiner Umwelt aktiv auseinander zu setzen, dabei entstehende Fragen zu klären und in Handlungen umzusetzen. Unterstützung und Bekräftigung bei diesen Anstrengungen zu erfahren, ist für Kinder und Jugendliche notwendig. Von Eltern, die an dieser Stelle selbst resigniert haben, ist dies nicht bzw. nur in eingeschränktem Maße zu erwarten.

    Gerade aus den letztgenannten Faktoren ergibt sich die Notwendigkeit, präventive und flankierende Maßnahmen von außen einzubringen. Das geeignete Instrument hierfür ist ein gemeinnütziger Verein, der verschiedene Kräfte - beispielsweise Finanzkraft und fachliche Qualifikationen - zu bündeln vermag.
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